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Zwei Seen, ein Aussichtsturm und eine klare Abmachung: Auf der einen Seite die Badegäste, auf der anderen die Vögel. Die Viehofner Seen liegen im Stadtteil Viehofen von St. Pölten und gehören zu den ungewöhnlicheren Badeplätzen Niederösterreichs, weil hier Naherholung und Naturschutz auf engem Raum nebeneinander funktionieren. Gebadet wird ausschließlich am Ostufer des großen Sees – der kleine See und das gesamte Westufer bleiben der Tier- und Pflanzenwelt vorbehalten. Gemeinsam mit dem Ratzersdorfer See jenseits der Traisen bilden sie das Seenerlebnis St. Pölten, und der Eintritt kostet an beiden nichts.
Aktuelle Wassertemperatur in den Viehofner Seen: 21 °C
Im Sommer liegt die Wassertemperatur im Mittel bei rund 23 Grad. Der große See ist bis zu sechs Meter tief und erwärmt sich damit etwas langsamer als die flacheren Badeteiche der Umgebung.
Weitere Wassertemperaturen:
- Wassertemperatur Alte Donau
- Wassertemperatur Aubad Tulln
- Wassertemperatur Erlaufsee
- Wassertemperatur Herrensee
- Wassertemperatur Lunzer See
- Wassertemperatur Neue Donau
- Wassertemperatur Neufelder See
- Wassertemperatur Stausee Ottenstein
- Wassertemperatur Steinbrunner See
Zahlen & Fakten zu den Viehofner Seen
Die Viehofner Seen sind zwei benachbarte Schotterteiche im Norden von St. Pölten, unmittelbar am linken Ufer der Traisen.
- Das gesamte Naherholungsgebiet umfasst 53 Hektar. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Wasserflächen.
- Die beiden Seen bringen es zusammen auf rund 24 Hektar, wovon allein 19 Hektar auf den großen See entfallen.
- Die maximale Wassertiefe beträgt 6 Meter.
- Beide Seen sind durch Sand- und Schotterabbau entstanden. Früher hießen sie nach ihrem Betreiber „Paderta Seen“.
- Baden ist nur an der Ostseite des großen Sees gestattet.
- Am kleineren See sind Baden, Bootfahren und Veranstaltungen aus Naturschutzgründen untersagt.
- Zwischen den beiden Seen steht ein zwölf Meter hoher Aussichtsturm.
- Eine 103 Meter lange, überdachte Fuß- und Radbrücke führt über die Traisen zum Ratzersdorfer See.
- Der Eintritt ist frei. Gebühren fallen nur für das Parken entlang der Dr.-Adolf-Schärf-Straße an.
- Über 70 Vogelarten wurden hier nachgewiesen, 38 davon brüten am See.
- 2006 erhielt die Stadt St. Pölten für die Entwicklung des Areals einen Sonderpreis des Naturschutzbundes.
Der Teil des Areals, der nicht Wasser ist, besteht aus Aulandschaft und aus später aufgeforsteten Schwarzföhren-Beständen. Was am und im Wasser genau erlaubt ist, regelt die Seenordnung der Stadt St. Pölten.
Gut zu wissen: Hunde dürfen an der Leine mitgenommen werden, allerdings nicht auf die Liegewiese und in den vorgelagerten Badebereich. Dort gilt von 1. Mai bis 30. September ein generelles Hundeverbot.
Wetterinformationen & Klimadaten Viehofner Seen
Nachfolgend finden Sie Infos zum aktuellen Wetter und eine Wettervorhersage sowie eine Übersicht über die wichtigsten Klimadaten für die Viehofner Seen.
Wetter an den Viehofner Seen aktuell + 14 Tage Wettervorhersage:
Klima an den Viehofner Seen:
St. Pölten liegt im Alpenvorland und damit in einem Klima, das im Sommer deutlich wärmer ausfällt, als man es für eine Stadt am Rand der Voralpen erwarten würde. Über das Jahr gemittelt liegt die Temperatur bei etwa 10,6 Grad. Die Badesaison stützt sich auf vier verlässliche Monate: Von Juni bis September klettern die Tageshöchstwerte im Schnitt über 20 Grad, mit dem Juli als wärmstem Monat und Werten um 27 Grad. Kalt wird es dafür im Januar, wenn die Nächte fast durchgehend im Frostbereich liegen. Beim Niederschlag zeigt sich ein klarer Sommerschwerpunkt: Zwischen Mai und August fallen Monat für Monat zwischen 80 und 90 Millimeter, meist als kurze Gewitterschauer. Der Februar ist mit rund 44 Millimetern der mit Abstand trockenste Monat, aufs Jahr gerechnet kommen etwa 820 Millimeter zusammen. Wer die Seen ohne Badeabsicht besuchen möchte, findet übrigens im Frühjahr die besten Bedingungen – dann ist die Vogelwelt am aktivsten und die Wege sind noch leer.
Klimatabelle Viehofner Seen:
| Jan | Febr | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug | Sept | Okt | Nov | Dez | |
| Max. Temperatur Ø (°C) | 3 | 6 | 12 | 17 | 21 | 25 | 27 | 26 | 21 | 15 | 8 | 4 |
| Min. Temperatur Ø (°C) | -2 | -1 | 2 | 6 | 10 | 14 | 16 | 15 | 11 | 7 | 3 | -1 |
| Sonnenstunden (Stunden/Tag) | 4 | 5 | 6 | 9 | 10 | 11 | 11 | 10 | 7 | 5 | 4 | 4 |
| Regentage (Tage/Monat) | 7 | 6 | 7 | 7 | 7 | 9 | 8 | 8 | 6 | 6 | 7 | 8 |
| Niederschlag (mm) | 52 | 44 | 65 | 61 | 89 | 92 | 90 | 82 | 81 | 57 | 54 | 51 |
Routenplaner & Satellitenbild zu den Viehofner Seen:
Das dargestellte Satellitenbild zeigt die Viehofner Seen in Niederösterreich. Die links oben angezeigte Adresse können Sie in Ihr Navigationsgerät eingeben um zu den Seen zu gelangen. Alternativ können Sie mit einem Klick auf „Routenp…“ (Abk. für Routenplaner) die Route zum Viehofner Seen von Ihrer Adresse aus bequem mit Google Maps in einem neuen Browser-Fenster bzw. Tab individuell planen.
Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten an den Viehofner Seen
Der Badebetrieb konzentriert sich auf das Ostufer des großen Sees. Dort liegen die Liegewiesen, ein 30 Meter langer Liegesteg mit Schwimmplattform und eine eigene Kinderbadebucht. Wer lieber aufs Wasser möchte, findet bei der Seedose einen Bootsverleih mit Tretbooten, Ruderbooten, Kanadiern und Picknickbooten; auch Stand-up-Paddle-Boards lassen sich ausleihen. Für Surfer wurde eigens eine Rampe gebaut, und der Segelklub YES St. Pölten bietet kostenlose Jugendtrainingskurse an.
Rund um die Seen verlaufen ausgeschilderte Lauf-, Walking- und Radstrecken. Vier der St. Pöltner Laufstrecken führen hier vorbei, dazu der Traisental-Radweg und die Radwanderwege Nord-West und Nord-Ost. Das Gelände ist flach, gut befestigt und deshalb auch für eine gemütliche Runde mit dem Kinderwagen geeignet.
Der Aussichtsturm und die Brücke
Zwischen den beiden Seen steht seit 2006 ein zwölf Meter hoher Aussichtsturm. Von oben lässt sich das Gebiet als Ganzes überblicken – auch die Bereiche, die man vom Ufer aus nicht betreten darf. Wenige Tage vor dem Turm wurde die überdachte Fuß- und Radbrücke über die Traisen eröffnet, die auf 103 Metern Länge zum Ratzersdorfer See hinüberführt. Rund 500.000 Euro kostete das Bauwerk, und es ist der Grund, warum sich beide Areale heute in einem Nachmittag zu Fuß oder mit dem Rad verbinden lassen.
Vom Zwangsarbeiterlager zum Naturschutzpreis
Bis in die 1940er Jahre war das Gebiet eine naturbelassene Au. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Zwangsarbeiterlager für 126 Menschen, überwiegend ungarische Juden. 1966 wurde die Bewilligung für eine Sand- und Schottergewinnungsanlage erteilt, ab 1967 baute der Pottenbrunner Unternehmer Karl Paderta ab – nach ihm hießen die Gewässer lange Zeit Paderta Seen. Bis 1985 entstanden dabei die beiden Becken, die es heute noch gibt.
Nach dem Ende des Abbaus bemühte sich die Stadt jahrelang um das Gelände und erwarb es schließlich im Sommer 2003. Zwei Jahre später beschloss der Gemeinderat den naturnahen Ausbau: Schwimmsteg, Kinderbadebucht und WC-Anlage auf der einen Seite, strikter Schutz für den kleinen See und das Westufer auf der anderen. Im Juni 2006 waren der „See-Hafen“ mit seinen Bootsstegen, die Surfer-Rampe und der Liegesteg fertig. Im selben Jahr zeichnete der Naturschutzbund die Stadt für diese Entwicklung mit einem Sonderpreis aus.
Vogelwelt und Naturschutz
Dass die Zurückhaltung am Westufer ihren Grund hat, zeigt ein Blick in die Artenlisten. Die Viehofner Seen sind ein wichtiges Vogelbrutgebiet im niederösterreichischen Zentralraum. Über 70 Arten wurden hier gezählt, 38 davon brüten am Gewässer – darunter Schwarzhalstaucher, Gänsesäger und Eisvogel, die in Niederösterreich mittlerweile selten geworden sind.
Wissenswert: Auch abseits der Vögel ist die Artenvielfalt beachtlich. Im Gebiet leben Teichfrosch, Erdkröte, Ringelnatter und Blindschleiche, dazu mindestens 15 Libellenarten. Im nördlichen Teich wurde sogar die seltene rote Feuerlibelle nachgewiesen.
Botanisch fallen die gefährdete Schwarz-Pappel und die Feldulme auf, am Ufer wächst der in St. Pölten seltene Schmalblättrige Rohrkolben. Der kleine See ist über weite Flächen von Schwimmendem Laichkraut bedeckt – ein Anblick, den man am besten vom Turm aus hat.
Einkehr am See
Direkt am Ufer des großen Sees liegt das Restaurant Seedose, das von Anfang beziehungsweise Mitte März bis Ende September täglich ab 8.30 Uhr geöffnet hat. Neben Frühstück auf der Terrasse gibt es dort regelmäßig Lesungen, Livekonzerte und DJ-Lines – die Seedose ist damit nicht nur Gastronomie, sondern auch eine kleine Veranstaltungsbühne. Der Bootsverleih ist ebenfalls hier angesiedelt.
Eine Wanderung durch das Seengebiet
Wer beide Areale in einem Zug erleben möchte, findet eine passende Route in der 7,8 Kilometer langen Wanderung „Zu den Viehofner Seen“. Sie startet in Ratzersdorf, führt über den Naturlehrpfad Feldmühle an die Traisen und flussaufwärts, wechselt über eine Fußgängerbrücke das Ufer und umrundet zunächst den kleinen See. Nach dem Aufstieg auf den Aussichtsturm geht es am Ostufer des großen Sees entlang, vorbei an Bootsverleih und Seedose, und schließlich durch den Sparkassenpark zum Bahnhof St. Pölten. Für die Strecke sind knapp zwei Stunden zu veranschlagen.
Anreise zu den Viehofner Seen
Die Seen liegen rund drei Kilometer vom St. Pöltner Hauptbahnhof entfernt und sind mit den LUP-Linien 3, 6 und 7 bis zur Haltestelle „Viehofner See“ zu erreichen. Mit dem Rad führt der Traisental-Radweg über den linken Traisendamm direkt hin. Autofahrer parken beiderseits der Dr.-Adolf-Schärf-Straße; die Plätze sind in den Sommermonaten tagsüber gebührenpflichtig, bezahlt werden kann auch per Handyparken. Eine halbe Stunde kostet 50 Cent, der Tageshöchsttarif liegt bei vier Euro.